Hexenwald

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 Dia de los Muertos - Allerheiligen in Mexico

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Knochenkatze

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Ratte
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BeitragThema: Dia de los Muertos - Allerheiligen in Mexico   Mi Aug 25, 2010 4:34 pm

Im Gegesatz zu uns doch recht verklemmten Europäern gehen die Mexikaner ganz offen mit dem Tod um, verehren ihn teilweise in der Figur der Santa Muerte sogar als Heilige.


Ein anderer, wahrscheinlich bekannterer Synkretismus aus mittelamerikanischen und christlichen Glaubensvorstellungen, den Tod betreffend sind die Feierlichkeiten zum Tag der Toten, dem Día de los Muertos.
Nach alt mexikanischem Glauben kommen die Toten ein mal im Jahr zum Ende der Erntezeit zu Besuch aus dem Jenseits und feiern gemeinsam mit den Lebenden ein fröhliches Wiedersehen mit Musik, Tanz und gutem Essen. Dies steht im krassen Gegensatz zu der Art, wie die Tage vom 31. Oktober bis 2. November in unserer westlichen Welt begangen werden. So ist Allerheiligen in den deutschen Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland ein sogenannter “stiller Feiertag“, d.h. es dürfen offiziell keine Tanzveranstaltungen durchgeführt werden und laute Musik ist verboten.
In Mexiko gleichen Allerheiligen und Allerseelen mehr einem Volksfest und die Vorbereitungen darauf beginnen bereits Mitte Oktober.
Ein wichtiger Teil der Feierlichkeiten sind die üppig geschmückten Altäre, die mit allerlei Opfergaben (ofrendas) wie Speisen, Blumen und auch Erinnerungsstücken und Fotos der Verstorbenen gedeckt sind und das Zentrum der Festlichkeiten bilden. Man stellt an diesen Altären eine Verbindung zu verstorbenen Freunden und Verwandten her, erinnert sich ihrer guten Eigenschaften und denkt an die schönen Momente, die man mit ihnen erleben durfte. Dort können sich die Seelen der Toten nach ihrer beschwerlichen Reise stärken und erfrischen. Oft werden auch Genussmittel wie Zigarren und Zigaretten und Alkohol dar gebracht. Für die Seelen verstorbener Kinder steht manchmal die Lieblingsspielsachen bereit.
In einigen Regionen des südlichen Mexiko wird am Día de los Muertos auch denjenigen Seelen gedacht, die einsam gestorben sind. Für diese einsamen Seelen wird eine Kerze auf den Altar gestellt, die ihnen den Weg weisen soll, und ein Glas mit Wasser, damit sie ihren Durst nach der langen Reise stillen können.
Die traditionellen Cempasúchil, leuchtend-orangene Blumen, werden als Wegweiser und Empfangsteppich für die Verstorbene zwischen dem Friedhof und dem Totenaltar verstreut und zu Kreuzen oder Torbögen gebunden. Die Häuser werden farbenfroh mit Girlanden, Kerzen und Blume dekoriert und bunte Lampen über die Hauseingänge gehängt, damit die Seelen der Verstorbenen leichter den Weg finden.


Überall ist der Tod präsent, jedoch auf eine weniger bedrohliche, sondern erheiternde Weise, nämlich in Gestalt von Totenschädeln aus Zucker und Schokolade, (meist Tequila-durchtränkten) Kuchen in Form von Grabstätten oder als Pappmaché- oder Gipsskelette (calaveras), die wie die Lebenden gekleidet sind und Alltagssituationen darstellen.
Vor dem Höhepunkt der Feierlichkeiten am 2. November, wenn Tausende auf die Friedhöfe pilgern, um für verstorbene Freunde und Verwandte zu singen und zu beten, in der Nacht auf den 1. November, der sogenannten “Nacht des Hundes“, werden die Angelitos, die kleinen Engel, die verstorbenen Kinder erwartet. Die Seelen der verstorbenen Erwachsenen treffen erst in der darauf folgenden Nacht ein. Auf den Friedhöfen herrscht am 2. November bis Mitternacht, wenn es für die Verstorbenen Zeit ist ins Reich der Toten zurückzukehren, ein reges Treiben. Es wird nicht nur für die Verstorbenen gebetet und um sie geweint, sondern vor allem auch zu den Klängen der Mariachi-Kapellen getanzt, gesungen, die mitgebrachten Speisen gegessen und viel getrunken – ein für uns ungewohntes Bild, da in Europa (mit einigen Ausnahmen z.B. in Polen) die Friedhöfe beinahe so verlassen und karg sind wie an jedem anderen Tag.
Im Gegensatz zu Mexiko, wo der Tod als fester Bestandteil des Lebens gesehen und untrennbar damit verbunden ist, wird der Tod in unserer westlichen bzw. eurozentristischen Welt weitgehend tabuisiert. Man spricht nicht gerne über den Tod und das Sterben, negiert und verdrängt ihn.
Obwohl etwa 80% der Mexikaner katholischen Glaubens sind, ist die Verschmelzung aus alten indianischen Glaubensvorstellungen und christlicher Religion für sie kein Widerspruch, wie sich in den lebhaften Festlichkeiten zum Día de los Muertos zeigt.
Leider nimmt der Einfluss des amerikanischen Halloween auch in Mexiko immer mehr zu und droht mit seiner Interpretation der Feiertage als kommerzielles Gruselspektakel diese Tradition besonders in den größeren Städten zu verdrängen.

Und hier noch ein kleines Filmchen zum Thema mit Knetfiguren à la Tim Burton!

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BeitragThema: Re: Dia de los Muertos - Allerheiligen in Mexico   Mi Aug 25, 2010 9:43 pm

ein wirklich sehr interessanter beitrag..vielen vielen lieben dank...ich habe mal vor lange langer zeit eine reportage gesehen über solch ein fest nur das sie da ans weiße geflasterte grab gegangen sind und mit den toten am grab gepicknickt haben und manche schliefen sogar da...ich weiß aber nicht mehr in welchem kulturkreis das war,aber ich meine in mexiko..hat das was mit den feierlichkeiten zu tun??

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Ratte
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BeitragThema: Re: Dia de los Muertos - Allerheiligen in Mexico   Do Aug 26, 2010 8:48 am

Ja, das ist in Mexiko. Je nach Gegend variieren die Festlichkeiten ein wenig, aber eine große Party ist das eigentlich immer.

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Ratte
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BeitragThema: Día de los Muertos   Mo Jan 30, 2012 7:03 pm

Día de los Muertos

2003 wurde der Tag der Toten in die Liste der Meisterwerke des mündlichen und immatriellen Erbes der Menschheit der UNESCO aufgenommen. Die Feierlichkeiten in ihrer traditionellen Form gelten jedoch als bedroht, da der Einfluss des amerikanischen Halloween zunimmt, mit dem der Día de los Muertos aber ausser der allgemeinen Thematik nur wenig gemein hat.
Der mexikanische Dichter Homero Aridjis bezeichnet die den Touristen entgegenkommende Veränderung in Richtung Gruselspaß Halloween, als „kulturelle Verseuchung“.
Eine Zeitungsumfrage jedoch ergab, dass weiterhin über 70% den Día de los Muertos nach altem Brauch auf dem Friedhof feiern und ihrer Verstorbenen gedenken. Gerade die ländliche Bevölkerung macht sich über eine drohende Veränderung kaum Gedanken.

1. Der Tag der Toten in der europäischen Tradition und in der mexikanischen Kultur

Im Zentrum des Día de los Muertos steht der Glaube, dass am 1. November die Verstorbenen für zwei Tage heimkehren.
Niemand glaubt jedoch, dass die Toten aus ihren Gräbern auferstehen und nach den Feierlichkeiten dorthin wieder zurückkehren wie wandelnde Leichen aus einem Horrorfilm. Mehr der Gedanke an die Verstorbenen steht im Vordergrund.
In der Nacht zum ersten November wird die Ankunft der als Kinder vestorbenen erwartet, der angelitos, der kleinen Engel, und der Nichtgetauften. Sie kehren genau 24 Stunden später wieder zurück.
In Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland ist Allerheiligen, wie in vielen anderen katholische geprägten Ländern Europas (z.B. Polen), ein gesetzlicher Feiertag und zudem ein sogenannter stiller Feiertag. Das heißt, dass an diesem Tag keine Tanzveranstaltungen durchgeführt werden dürfen und laute Musik verboten ist (Tanzverbot).
An Allerheiligen (1. November) wird aller Heiligen gedacht, sowohl den bekannten, als auch unbekannter Heiliger „um deren Heiligkeit niemand weiß als Gott“ und jener die nicht heilig gesprochen wurden.
Der Tag der Toten, bzw. Allerseelen, in der katholischen Welt wurde von dem französischen Benediktiner Abt Odilón im Jahr 998 institutionalisiert und auf den 2. November festgelegt.
Allerseelen ist der Gedenktag der römisch-katholischen Kirche, an dem durch Gebete, Almosen und Fürbitte die Leiden der Armen Seelen (der Verstorbenen im Fegefeuer) erleichtert werden sollen, und der dem Gedächtnis der Verstorbenen dient.
Auch im Glauben der Katholiken dürfen die Verstorbenen am Jahresende ihre ehemalige Heimat wieder aufsuchen. Diesem Besuch sahen die Lebenden zwar besonders in früheren Zeiten mit Ehrfurcht entgegen und stellten Essen für die nächtlichen Gäste bereit, doch war und ist dies nicht mit der Volksfeststimmung zu Allerheiligen in Mexiko zu vergleichen.
Ab 1578 wurde auch in Mexiko, das Totenfest, für Katholiken und Indios gleichermaßen, an dem von der katholischen Kirche anerkannten Feiertag gefeiert.
Parallelen zwischen der christlichen Vorstellung vom Tod und dem indigenen Glauben ermöglichten eine Verschmelzung des christlichen Allerseelentages und indigener Traditionen zu dem als Día de los Muertos bekannten Totenfest.

1.1 Der Tod in der Kultur der Azteken als Wurzel des Día de los Muertos

Die Azteken sahen den Tod nicht als Ende, sondern als eine Übergangsphase zu einer anderen Daseinsform. Schließlich ist der Tod die natürliche Folge des Lebens, auch für die Maya und andere Völker, die damals im heutigen Mexiko lebten.
Die Azteken glaubten, dass nach dem Tod für die Seele eine Reise mit schweren Prüfungen begann, bis sie den Mictlán, das Totenreich, erreichte. Damit sie diese Prüfungen bestehen konnten, wurden die Toten mit ihren Waffen oder Werkzeugen, ihrer Kleidung und anderen Gegenständen eingeäschert. Die Asche gab man in Keramiktöpfe, die entweder in den Häusern, in Tempeln oder im Gebirge vergraben wurden. An der Stelle wurden später Opfergaben wie Blumen, Essen und Wasser für die Verstorbenen niedergelegt. Sie widmeten insgesamt zwei Monate, August für die Kinder und November für die Erwachsenen, dem Gedenken an die Verstorbenen.
Man könnte meinen, dass es nur an dem indianischen Teil ihrer Kultur liegt, dass Mexikaner eine für Europäer beunruhigend enge Beziehung zum Tod haben.
Doch auch für die spanischen Eroberer war Sterben eine Befreiung von den Mühen des Lebens, denn der Tod bedeutete, nah an Gott zu sein - jedenfalls bis zur Aufklärung.
Das indianische Volk vergaß weder die eigenen Wurzeln noch den katholischen Glauben, den die Spanier ihnen, als sie vor etwa 500 Jahren das Land eroberten eintrichterten.
Es begann ein Prozess der Verschmelzung von Riten und Gebräuchen, die sich mit der Zeit veränderten und somit eigentlich viele regional unterschiedliche Varianten des Día de los Muertos hervorbrachten.
Eins jedoch ist ein unverkennbares Merkmal bei allen: Die meisten Menschen feiern den Día de los Muertos in fröhlicher Stimmung.
Man erinnert sich gemeinsam an die schönen Momente, die man mit den Menschen erleben durfte, die guten Eigenschaften der Verstorbenen, die nun nicht mehr unter den Lebenden weilen.

2. Die Vorbereitungen für das Fest

Die Vorbereitungen für die eigentlichen Rituale vom 1. bis 2. November beginnen schon Mitte Oktober.
Die Strassen werden mit Blumen und lustigen Skeletten aus Papier und Plastik geschmückt, die gekleidet sind in Kleider, Anzüge oder Sombreros und alltägliche Szenen aus dem Leben darstellen. Das pan de muerto, traditionell rundes Totenbrot, das es aber in einigen Regionen auch in Form von Tieren, Fischen oder menschlichen Figuren gibt, wird von den Bäckern gebacken, Händler bieten calaveras (Totenschädel aus Zucker oder Schokolade) und Gerippe aus Papier, Holz, Plastik und anderen Materialien an.
In der letzten Woche werden die Gräber der Verstorbenen geschmückt und zuletzt, am 31. Oktober, wird die ofrenda, der Totenaltar, aufgebaut.
Als Empfangsteppich und Wegweiser für die Verstorbenen wird zusammen mit Ringelblumen aus den Blütenblättern der leuchtend orangefarbenen Cempasúchitl, einer Tagetesart mit 400 Blütenblättern, ein Weg vom Haus bis zu einem Platz in einiger Entfernung oder sogar bis zum Friedhof gelegt, damit die Toten zu der ofrenda finden. Man glaubt, das Verstorbene die Farben orange und gelb am besten erkennen können und der Duft der Blumen soll sie zusätzlich sicher zum Altar führen. Oft brennt ausserdem noch eine Laterne vor dem Hoftor oder Hauseingang.

3. Der Altar

Totenaltäre (ofrendas) sind tief im rituellen Leben der Mexikaner verwurzelt.
Man kann die Spuren der Ureinwohner Mexikos immer noch in der Anordnung und Symbolik der einzelnen Elemente der Altäre wahrnehmen, die die Denktradition der Indios wiederspiegeln, wo jeder Stein, jede Blume, jedes Bild seinen eigenen Platz in der universellen Ordnung hat und in vollkommener Wechselbeziehung zum Menschen steht. Das gilt z.B. für die Hundefiguren (die Nacht auf den ersten November wird „Nacht des Hundes“ genannt), den Gebrauch von Copal (Weihrauch) oder der Cempasúchitl, einer typisch aztekischen Blume.
Die Altäre werden stets im Wohnzimmer errichtet und sollen den am Día de los Muertos zu Besuch erwarteten Seelen der Verstorbenen als Ort der Ankunft und Stärkung in der Mitte der Lebenden dienen.
Über den Altar nehmen die Verwandten und Freunde den Kontakt zum Verstorbenen auf, für den sie den Altar errichtet haben.
Einige der symbolkräftigen und dekorativen Elemente der ofrenda dürfen nicht fehlen, andere werden je nach Region oder individuellem Geschmack auf dem Altar aufgestellt.

3.1 Die wichtigsten Elemente und Symbole des Totenaltars

Unentbehrlich sind z.B. das Foto bzw. Fotos der Verstorbenen, welchen man den Altar widmet.
Ein Wasserbehälter oder Spiegel dienen als verbindendes Element zwischen dem irdischen Dasein und dem Jenseits.
Ein Krug, eine Schüssel, Handtuch und oft auch Seife stehen bereit, damit die Seele des Verstorbenen nach seiner langen Wanderung zurück in die Mitte der Lebenden sich säubern und erfrischen kann. Mit dem Wasser können die ankommenden Seelen auch ihren Durst stillen.
Ein anderes grundlegendes Element ist Salz, das die Verwesung verhindern soll.
Unentbehrlich für einen solchen Altar ist auch das „Gastmahl“ für die verstorbenen Seelen. Solch eine Opfergabe kann z.B. ein Gericht sein, welches der Verstorbene zu Lebzeiten besonders gern gegessen hat oder jegliche Art von Genussmitteln, wie z.B. Tequila und anderer Schnaps, Zigaretten, Likör oder Bier.
Weißen Blumen stehen für die angelitos, die Seelen der Kinder, für die man häufig auch Spielzeug bereit stellt.
Bunte Totenköpfe aus Zucker (calaveras), finden ebenfalls ihren Platz auf dem Altar. Sie erinnern an die Schädel, die von den Azteken für Rituale oft kunstvoll dekoriert wurden, und sind die Lieblingsnascherei der Kinder.
Sie sollen nicht unbedingt den Verstorbenen symbolisieren, sondern dienen dazu, dem Tod sein furchtbares Gesicht zu nehmen. Er wird als etwas betrachtet, vor dem man sich nicht zu fürchten braucht, etwas, dem man jederzeit mit Ironie begegnen kann.
Es ist vorallem im Zentrum Mexikos durchaus verbreitet, seinen Freunden einen solchen Zuckertotenschädel am Día de los Muertos zu schenken, manchmal sogar mit Namen versehen.
Die traditionellen Öllampen, die man auch häufig sieht, weisen den Toten den Weg und schaffen zudem eine festliche und mystische Atmosphäre.
Kerzen haben mehrere Bedeutungen. Zum einen symbolisieren sie das menschliche Leben, das sich mit dem Feuer der Zeit verzehrt. Ausserdem tragen sie, weil sie aus Bienenwachs hergestellt werden, den Duft von Tausenden von Blumen in sich, der als Gebet Gott dargebracht wird.
Die vier Altarkerzen wiederum stehen für die vier Naturelemente Wasser, Erde, Luft und Feuer.
Aufgestellt wird ausserdem ein Kreuz. Vorallem auf Altären in öffentlichen Gebäuden oder Restaurants, an Orten also, an denen man nicht der Verstorbenen aus engstem Familienkreis gedenkt, findet man in einigen Regionen auch Heiligenbilder.


3.2 Variationen einzelner Elemente des Totenaltars

Zur individuellen Gestaltung des Altars zählen Scherenschnitte und kleine Papierflaggen.
Wenn dieses zu traditionellen Mustern ausgestanzte Papier von einem Lufthauch bewegt wird, vernimmt man ein feines Geräusch, das die Seelen erreicht und es ihnen erleichtern soll den Weg zu finden.
Weihrauchpfannen gefüllt mit Copal, dessen Geruch Symbol ist für die Befreiung der Seele nach dem Tod, finden sich auch sehr häufig, ebenso wie Bögen. Für die Indios stellte der Bogen einen Kreis dar, dessen unterer Teil im Boden verborgen war. Dieser Kreis steht für Gott, da er „weder Anfang noch Ende“ hat.
Die Bögen sind mit grünen Palmen- und Zitronenpflanzen bedeckt, deren Farbe die Hoffnung symbolisiert, einst wieder mit den Verstorbenen zusammen zu sein.
Gedacht wird am Día de los Muertos besonders in einigen sehr traditionellen Gemeinden auch den Seelen derjenigen, die einsam gestorben sind. Für diese ánimas solas stellt man in diesen Gegenden einen separaten kleinen Altar auf, meist ausserhalb des Hauses oder auf öffentlichen Plätzen, der mit gespendeten Gaben von privaten Altären geschmückt ist. Neben dem Altar steht ein Glas Wasser bereit, welches den Durst nach der anstrengenden Reise löschen soll.
Der Altar bleibt höchstens eine Woche lang stehen. In dieser einen Woche denkt man noch stärker als sonst an die Menschen, die gestorben sind.
Der Altar dient der Familie in dieser Zeit als Ort der gemeinsamen Begegnung mit den Erinnerungen an die Verstorbenen. Dann wird er wieder abgebaut.

4. Der Abschluss des Festes

Das Fest endet schließlich am Abend des 2. Novembers mit der Verabschiedung der Verstorbenen. Im Schein vieler Kerzen ziehen die Familien zu den Friedhöfen.
Dort beten sie an den mit Blumen und Kerzen geschmückten Gräbern.
Die Abschiedszeremonie stellt eine Art Wiederholung der Bestattung dar, aber ohne Trauer und Schmerz. Gitarrenlaute sind zu hören, zu denen die Menschen singen und lachen. Der Abschied soll ja nur für ein Jahr sein. Um Mitternacht ist das Ganze beendet.

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BeitragThema: Re: Dia de los Muertos - Allerheiligen in Mexico   Di Jan 31, 2012 5:25 am

Irminsul
ich finde du bist immer super Ifomiert über solche sachen und beschreibst es interresant^^
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Knochenkatze

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Ratte
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BeitragThema: Re: Dia de los Muertos - Allerheiligen in Mexico   Di Jan 31, 2012 10:02 am

Hehe. Danke. Smile
Das ist der Vorteil wenn man Religionswissenschaft studiert (Nachteile gibt's aber auch genug) - man hat Zugang zu haufenweise Infos!

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